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Informationen zu Honig

Honig fließt aus einer Honigschleuder raus

Honig ist nicht nur ein beliebtes Naturprodukt, sondern auch ein faszinierendes Ergebnis des Zusammenspiels zwischen Bienen, Pflanzen und Umwelt. Hier sind die wichtigsten Informationen rund um Honig:

 

🍯 Was ist Honig?

  • Honig ist ein von Honigbienen erzeugtes Naturprodukt, das aus dem Nektar von Blüten oder Honigtau (zuckerhaltiger Pflanzensaft von Blattläusen) stammt.

  • Die Bienen verarbeiten den Nektar enzymatisch, entziehen ihm Wasser und lagern ihn in Waben ein, wo er reift und konserviert wird.


🔄 Herstellung durch die Biene

  1. Sammeln
    Arbeiterinnen sammeln Nektar oder Honigtau und speichern ihn im Honigmagen.
     

  2. Umwandlung
    Im Bienenstock geben sie den Nektar an andere Bienen weiter, die ihn mit Enzymen versetzen (z. B. Invertase → spaltet Saccharose in Frucht- und Traubenzucker).
     

  3. Trocknung
    Der Wassergehalt wird durch wiederholtes Umlagern und Ventilieren auf unter 20 % reduziert.
     

  4. Einlagerung
    Der reife Honig wird in Waben verschlossen (verdeckelt) – dann ist er langfristig haltbar.


Honiggläser in einer Pyramide gestapelt

🍃 Arten von Honig

  1. Blütenhonig
    Aus Nektar von Blütenpflanzen – meist hell, mild, cremig
    → z. B. Raps-, Obst-, Lindenblütenhonig
     

  2. Waldhonig (Honigtauhonig)
    Aus Honigtau – dunkler, kräftiger Geschmack, flüssiger
    → z. B. Tannenhonig, Fichtenhonig
     

  3. Sortenhonig
    Wenn mind. 60 % der Tracht von einer Pflanzenart stammen
    → z. B. Akazien-, Kastanien- oder Sonnenblumenhonig


Endeckelung einer Waabe kurz vor dem Schleudern

🔬 Inhaltsstoffe von Honig

  • Zucker (ca. 75–80 %): hauptsächlich Fruchtzucker (Fructose) und Traubenzucker (Glucose)

  • Wasser: max. 20 %

  • Enzyme (z. B. Glucoseoxidase, Phosphate, Invertase, Diastase und Amylase)

  • Vitamine (z.B. Vitamin C, B1, B2, B6, H (Biotin), Patothensäure, Folsäure), Aminosäuren, Mineralstoffe

  • Pollen, Aromastoffe – tragen zur Herkunftsbestimmung bei


Eigenschaften & Wirkung

  • Antibakteriell & entzündungshemmend (durch Enzyme wie Glucoseoxidase → produziert Wasserstoffperoxid)

  • Haltbar über Jahre – durch niedrigen Wassergehalt & Säure

  • Kristallisiert bei hohem Glucoseanteil (z. B. Rapshonig schnell, Waldhonig kaum)


🛑 Wichtig zu beachten

  • Nicht für Babys unter 1 Jahr: Gefahr von Botulismus-Sporen

  • Nicht über 40 °C erhitzen: sonst gehen Enzyme verloren → verliert seine Gesundheitswirkung


🧑‍🌾 Imkerliche Honiggewinnung

  1. Entnahme der verdeckelten Honigwaben
     

  2. Entdeckeln mit Messer oder Gabel
     

  3. Schleudern der Waben in Honigschleuder
     

  4. Siebung & Reifung (mehrtägiges Rühren bei Blütenhonig)
     

  5. Abfüllung in sterile Gläser


Qualitätskriterien von Honig und die Unterschiede zwischen handwerklich hergestelltem und industriell verarbeitetem Honig:

 

Qualitätskriterien für echten, hochwertigen Honig

In Deutschland gelten strenge Regeln, insbesondere durch die Deutsche Honigverordnung und bei Imkerhonig vom Deutschen Imkerbund (D.I.B.):

  1. Wassergehalt

    • Maximal 20 % (D.I.B.-Honig: max. 18 %)

    • Weniger Wasser = bessere Haltbarkeit und Reife

  2. HMF-Gehalt (Hydroxymethylfurfural)

    • Entsteht bei Erhitzung oder Lagerung

    • Grenzwert: max. 40 mg/kg (D.I.B.: max. 15 mg/kg)

  3. Enzymaktivität (Diastasezahl)

    • Zeigt Frische und schonende Verarbeitung

    • Mindestwert laut Verordnung: ≥ 8

  4. Fremdstoffe & Zusatzstoffe

    • Echter Honig darf keine Zusätze enthalten (kein Zucker, kein Sirup, keine Aromen)

  5. Sortenreinheit (bei Sortenhonig)

    • Muss durch Pollenanalyse und sensorische Prüfung nachgewiesen werden

  6. Kristallisation

    • Kein Mangel! Zeigt echten Honig (kristallisiert bei hohem Glucoseanteil, z. B. Rapshonig)

Bienenwaabe rechts mit Honig links mit leeren Brutwaaben
Volle Bienenwaaben im Auto auf dem Weg zum Schleudern

🏭 Industrieller vs. handwerklicher Honig

 

MerkmalHandwerklicher ImkerhonigIndustrieller Honig (z. B. im Supermarkt)
HerkunftMeist regional, nachvollziehbarOft Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern
VerarbeitungKalt geschleudert, nicht erhitztTeilweise stark erhitzt, gefiltert
Geschmack & AromaVielschichtig, sortentypischOft neutralisiert durch Mischung
EnzymgehaltHoch (natürlich belassen)Teils reduziert durch Erhitzung
Nachhaltigkeit & TierwohlImker achten oft auf bienengerechte HaltungMassenerzeugung teils unter schlechten Bedingungen
PreisEtwas höher, aber gerechtfertigtMeist günstig – dafür geringere Qualität

Checkliste für den Honigkauf sowie Tipps, wie man echten Honig von gestrecktem oder minderwertigem Honig unterscheiden kann:

 

Checkliste: Woran erkenne ich guten Honig beim Kauf?

 

MerkmalWorauf Du achten solltest
🐝 HerkunftRegionale Herkunft (am besten mit Angabe des Imkers oder des Herkunftsorts)
🏷️ DeklarationKein vager Hinweis wie „Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern“ – das deutet meist auf Billigmischungen hin
🌡️ VerarbeitungBegriffe wie „kalt geschleudert“, „naturbelassen“, „nicht erhitzt“ sind gute Zeichen
🍯 KonsistenzKristallisation ist normal und kein Mangel – cremiger oder fester Honig ist meist hochwertig
👃 Geruch und GeschmackSortentypisch, blumig, kräftig oder würzig – niemals fade oder künstlich süß
🧪 VertrauenHonig mit D.I.B.-Gütezeichen oder aus Demeter-Imkerei folgt strengen Qualitätsrichtlinien